Ganztagesschulen
Gefahr oder Chance ?

Da in der Schuldiskussion die Ganztagsproblematik bundesweit an Dynamik gewinnt, ist es unerlässlich, dass sich nicht nur die Schulen, sondern auch die Verbände und Vereine der Thematik stellen. DSB-Präsident Manfred von Richthofen meint dazu: “Wer sich hier nicht für seinen Verein um Lösungsmöglichkeiten wie Kooperation mit Schulen der Umgebung kümmert, verschläft die Zukunft des Vereinssports.”
Die längeren täglichen Schulzeiten verunmöglichen den Kindern die verbleibende Zeit stärker für den Sport zu nutzen. Der körperliche Belastungsfaktor steigt durch die schulischen Angebote, wie den Sport-Arbeitsgemeinschaften, die bewegte Schule und durch den flächendeckenden Schwimmunterricht, extrem an, sodass für den besonders talentierten Tennisnachwuchs kaum Zeit für Kadertraining bleibt. Auf gut deutsch: Die Kinder sind platt, wenn sie nach hause kommen.

Ohne anschliessendes Angebot der Vereine vor Ort nach Motivationsveranstaltungen in der Schule werden die Tennisabteilungen kaum neue Mitglieder finden. Die Chancen der Vereine in einer Kooperation mit der Schule sind nur dann von Erfolg gekrönt, wenn es gelingt, gute Trainer zu finden, die auch tagsüber d.h. gegen 12:30 Uhr, für einen qualifizierten Unterricht zur Verfügung stehen. Nur dann wird aus einer Kooperation eine Erfolgsgeschichte. Qualifizierter Unterricht ist in ersten Linie Erzeugung von Motivation für das Tennis.
Die gelegentliche geäusserte Vermutung, dass der finanzielle Anreiz  beim Einsatz in einer Schule  den Trainern ein zusätzlichen Einkommen verhilft, ist falsch. Dem zeitlichen Aufwand der Lektionsorganisation steht nur ein äusserst dürftiges Entgeld gegenüber. Vom tennisspezifischen Problem im Unterricht mit den üblichen kleinen Gruppen bedeutet Tennis in der Schule eine besondere Herausforderung. Nur heftig engagierte “Überzeugungstäter” für die Sportart Tennis werden sich durch die ungünstigen Vorraussetzungen abschrecken lassen, auch dem wenig talentierten Kind das Tennis nahe zu bringen.

Den Sportvereinen wird die Existenz durch staatliches Eingreifen via Schule sehr erschwert. Die Chance, dass die Ganztagesschule einen Vorteil für den Vereinssport bedeutet, ist minimal. Die Ganztagesschule wird den Vereinen des Nachwuchses berauben und zu völlig veränderten Rahmenbedingungen führen.
Für die Schule kann eine Partnerschaft mit den Vereinen nur dann zu einem Gewinn werden, wenn die Bereitschaft zu einem ehrenamtlichen - wenn auch finanziell schlecht honorierter Aufwandsentschädigung - Engagement das Schulbudget nicht überstrapaziert und wenn diese Tennis-AGs zuverlässig stattfinden. Den Eltern muss jedoch klar sein, dass schulische Ganztagsbetreuung dem sportlichen talentiertem Kind erhebliche Probleme bereiten werden.

 

Tennis in Schule und Kindergarten
Intelligentere Kinder durch mehr Bewegung?

wir102Die Erziehungswissenschaftlerin Renate Zimmer aus Osnabrück hat vor Jahren Furore mit einem Artikel - Überschrift: “Toben macht schlau” - in der Wochenzeitung “Die Zeit” gemacht. Die Grundaussage ging in die Richtung, dass Kinder, die an ihrem natürlichen Bewegungsdrang gehindert werden, bildungsmässig schlechtere Vorraussetzungen für ihr späteres Leben erfahren.
Nicht jedem Kind gefallen Mannschaftssportarten, die trainingsmässig keine individuelle Gestaltung zulassen. Sobald Kinder der Schulpflicht nachkommen, wird der Tagesablauf äusserst fremdbestimmt geregelt. Tennis als Sportart kann zu jeder Zeit - ungünstiges Wetter als Ausnahme - ausgeübt werden, sofern entweder ein Partner oder eine Tenniswand auf der Tennisanlage vorhanden ist.
Obwohl das Tennis zu einer Kampfsportgruppe gezählt werden muss, findet jedoch kein direkter Kontakt mit dem Gegnern statt. Verletzungen durch die externe Einwirkung sind daher ausgeschlossen. Für Eltern, die voll im Berufsleben stehen sind derartige Überlegungen von einigem Belang. Von Belang ist ausserdem, dass Tennisplätze kaum äusseren Gefährdungen ausgesetzt sind und in einem abgeschlossen Bereich angesiedelt sind.
Die einstmals elitäre Sportart ist inzwischen für Kinder aller Gesellschaftsschichten ausübbar. Der Niedersächsische Tennisverband mit seinen angeschlossenen Vereinen unterstützt in vielfältiger Weise alle Kinder zum Teil ab Kindergarten, besonders aber in und mit den Schulen. Der NTV Kreis Wolfenbüttel legt besonders viel Wert auf die guten Qualifikationen der Ausbilder für diesen Sport, weil Tennis als technisch hochanspruchsvoll gilt. Durch fachlich gut durchdachte Konzepte finden die Vereine nicht nur neue Mitglieder, die Kinder entwickeln sich besser zu eigenständigen, selbstverantwortlichen und leistungsbereiten Gliedern der Gesellschaft.
Sport als besonders wertvoller Bereich unserer Zeit und Tennis als persönlichkeitsbildende Freizeitbeschäftigung soll Kindern zum frühest möglichem Zeitpunkt nahe gebracht werden, denn nur so ist ein nachhaltiger Effekt mit allen seinen positiven Eigenschaften erzielbar.

 

Tennis ist toll!!

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Fröhliche Mädchen der Grundschule in Schöppenstedt der dritten Klasse
mit ihrer Lehrerin Dörthe Arens-Meyer

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